Umzug rechtfertigt keine Kündigung

Der Bundesgerichtshof hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob ein Umzug eine Kündigung eines Fitnessstudiovertrages rechtfertigen kann. Nein, sagten die Richter und zwar unabhängig davon, ob der Umzug beruflich oder privat bedingt ist. 

Der Umzug des Kunden liege in dessen Risikobereich und könne daher keine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Jeder Kunde eines Fitnessstudios ist selbst dafür verantwortlich, wenn er das Angebot aufgrund einer Veränderung der eigenen Verhältnisse nicht mehr nutzen kann. Hier spielt es auch keine Rolle, wenn der Kunde zum Beispiel von seinem Arbeitgeber an einen anderen Arbeitsort versetzt worden ist; auch dies liegt in der Risikosphäre des Kunden. Unabhängig davon, ob der Kunde einen Umzug selber veranlasst hat oder einen solchen berufsbedingt machen musste, ist eine außerordentliche Kündigung nicht möglich, da kein wichtiger Grund im Sinne des § 314 BGB vorliegt. BGH; Urt. v. 04.05.2016, Az. XII ZR 62/15