Scheingebote bei Ebay können teuer werden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden,dass ein Verkäufer, der bei eBay durch eigene Gebote den Preis eines Artikels nach oben treibt, grundsätzlich zum Schadensersatz verpflichtet ist.

In dem streitgegenständlichen Fall stellte der Verkäufer bei Ebay seinen VW Golf zu einem Startpreis von einem Euro eingestellt. Der Käufer bot hier zunächst lediglich 50 cent mehr. Nachdem der Verkäufer nun über einen Zweitaccount das Angebot künstlich in die Höhe trieb, war am Ende das Höchstgebot bei 17.000,00. Der Käufer war aber nun der Auffassung, er habe das Kraftfahrzeug für 1,50 € ersteigert, da er ohne die unzulässige Eigengebote des Beklagten die Auktion bereits mit einem Gebot in dieser Höhe „gewonnen“ hätte. Nachdem der Beklagte ihm mitgeteilt hatte, das Fahrzeug bereits anderweitig veräußert zu haben, verlangte der Kläger Schadensersatz in Höhe des von ihm mit mindestens 16.500 € angenommenen Marktwerts des Fahrzeugs. Der Bundesgerichtshof gab dem Käufer nun Recht und verurteilte den Verkäufer zu einer Schadensersatzzahlung von 16.500,00 €. Sämtlliche Eigengebote des Verkäufer waren unzulässig, so dass ein Kaufvertrag über 1,50 € zustande kam. Nachdem der Verkäufer das Fahrzeug bereits anderweitig veräußert hatte und somit nicht mehr übergeben konnte, wurde er zu der Schadensersatzzahlung verurteilt, welche dem Marktwert des Fahrzeugs entsprochen hat. BGH, Urteil v 24. August 2016 – VIII ZR 100/15